Einfach gutes Handwerk
Gesunde Gerichte und guter Geschmack sind keine Frage des Geldes, sondern das Ergebnis guter Zutaten und ehrlichen Handwerk. So verstehen wir unsere Arbeit in der Oberhafen-Kantine.
„Eigentlich ist es ganz normal, was wir machen“, sagt Thorsten Gillert, seit April 2008 am Ruder der Oberhafen-Kantine – „aber gerade das ist das Besondere. Wir kochen eine Gemüsesuppe nicht mit Brühe, sondern nur mit Wasser, damit der volle, ehrliche Geschmack des Gemüses zur Geltung kommt und nicht von der Brühe übertönt und verfälscht wird. Wir verzichten ganz auf Lebensmittelchemie und Fertigprodukte, kochen alles frisch und bereiten auch den Senf und die Mayonnaise selbst zu. In einer Zeit, in der die globalisierte Lebensmittelchemie alle Unterschiede eingeebnet hat, ist der frische, unverfälschte Geschmack etwas Kostbares.“ So wird Hausmannskost wieder zum Genuss.
Traditionelle Hamburger Küche, einfach und ehrlich, nahrhaft und preiswert: Sie prägt seit 1925 die Speisekarte der Oberhafen-Kantine. Aalsuppe, Pannfisch, Sauerfleisch und natürlich Frikadellen – das kommt bei uns so richtig lecker auf den Tisch. Bei uns gibt es keinen Cappuccino oder Latte Macchiato, sondern, wie es sich für eine Kaffeeklappe gehört, richtig guten Filterkaffee. Aus einer eigens zusammengestellten, immer frisch gerösteten Bohnenmischung.
„Wir haben uns genau überlegt, was und wie wir kochen, was in der Oberhafen-Kantine serviert wird und was nicht“, sagt Thorsten Gillert. Gourmets ist sein Name gut bekannt. Nach einer Lehre im „Le Canard“ bei Josef Viehhauser, die er als Bester des Jahrgangs in ganz Deutschland abschloss, kochte er bei Anton Mosimann in London, bei Emile Jung im Straßburger 3-Sterne-Restaurant „Le Crocodile“, als Sous-Chef im Patina in Los Angeles, fuhr als Chefkoch auf der MS „Deutschland“ und eröffnete 2003 in Hamburg das Restaurant „Artisan“ (übrigens das französische Wort für Handwerker).
Was, fragt man sich, will so einer mit der Oberhafen-Kantine? Gegenfrage: Schadet es einer Frikadelle oder einem Steckrübeneintopf, wenn der Gastronom ein richtig guter Koch ist?


